Schutzgüter

Die Schutzgüter des Gebietes sind besonders typische und seltene oder gefährdete Lebensräume und Arten, für deren Erhalt das Europaschutzgebiet Gadental nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurde. Einige dieser besonderen Lebensräume und Arten, die im Gebiet vorkommen, wollen wir Ihnen vorstellen:

Alpine und subalpine Kalkrasen

„Urwiesen“, also Wiesen, die ganz ohne Einfluss des Menschen entstanden sind, prägen die steilen Hänge oberhalb der Waldgrenze. Manche sind ähnlich bunt wie naturnah bewirtschaftete Magerwiesen – etwa die Blaugrasrasen auf sonnigen, humusarmen Standorten. Violettschwingel- und Rostseggenrasen wachsen dagegen auf eher humusreichen Böden, Polsterseggenrasen auf flachgründigen und windexponierten Pionierstandorten.

Kalk- und Kalkschieferschutthalden der montanen bis alpinen Stufe

Schutthalden sind im Gebiet häufig. Aufgrund ihrer Steilheit werden sie vom Weidevieh gemieden und sind weitgehend unberührt. Der Lebensraum ist in ständiger Bewegung, da von oben immer wieder Gesteinsschutt nachgeschoben wird. Nur spezialisierte Pflanzenarten wie das Rundblättrige Täschelkraut können sich hier halten.

Waldmeister-Buchenwald

In vielen Regionen – von den Tallagen bis ins Berggebiet – ist die Buche der wohl wichtigste Laubbaum. Vor allem Bestände mit einem großen Anteil an Alt- und Totholz sind für die Tierwelt interessant: Spechte zimmern ihre Nisthöhlen im morschen Holz. Hier leben auch Insekten und ihre Larven, von denen sich wiederum viele Vögel ernähren.

Frauenschuh

Mit seiner auffallenden Blüte ist der Frauenschuh wohl die prachtvollste heimische Orchidee. Und eine anspruchsvolle Art: Von der Keimung bis zur ersten Blüte können zehn Jahre verstreichen. Offene Wälder oder Waldränder, wo ausreichend Licht bis zum Boden gelangt, sind die typischen Lebensräume des Frauenschuhs.

Spirkenwälder

Vorkommen der Spirke, einer aufrecht wachsenden Latsche, sind in Österreich auf Vorarlberg und Tirol westlich des Fernpasses beschränkt. Und auch hier ist diese Föhrenart nur sehr lokal auf Sonderstandorten wie Mooren oder auf felsigem Untergrund verbreitet. Im Gadental ist dieser seltene Waldtyp im unteren Talabschnitt um Rothenbrunnen erhalten.

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