Schutzgüter

Die Schutzgüter des Verwalls sind die Vögel der Gebirgswälder und des Hochgebirges. Es sind anspruchsvolle, seltene und/oder gefährdete Arten, die im Anhang I der Vogelschutzrichtline der EU als schützenswert ausgewiesen sind. Sie sind Ausdruck der hohen ökologischen Bedeutung des Gebiets – wo sie überleben können, ist in der Regel ein noch intakter Lebensraum für viele andere besondere Arten vorhanden. Einige dieser Vogelarten wollen wir hier vorstellen:

Alpenschneehuhn (Lagopus muta)

Perfekt ist die Tarnung des Alpenschneehuhns auf die Jahreszeit angepasst: weiß im Winter und grau-braun gesprenkelt im Sommer. Das Männchen behält dabei den schwarzen Zügelstreif vom Schnabel zum Auge.

Oberhalb der Waldgrenze – im Lebensraum des Schneehuhns – ist jederzeit mit Schnee zu rechnen.

Mit den dicht befiederten Beinen und Zehen kann das Schneehuhn leichter über den Schnee laufen und auch im strengen und langen Winter noch Futter an schneefreien Windkanten suchen.

Alpenschneehuhn © Bild - Hubert Salzgeber

Wanderfalke (Falco peregrinus)

Er ist ein spezialisierter Vogeljäger, der im Gegensatz zum Steinadler seine Beute in der Regel im Sturzflug erbeutet und durch einen Genickbiss erlegt.

Zwar ist er – mit Ausnahme der Antarktis – weltweit verbreitet, wäre aber durch den Einsatz von DDT in Europa in den 1950er Jahren beinahe ausgestorben.

Er selbst baut während seines bis zu 15 Jahre langen Lebens keine Nester, sondern verwendet einfach Brutnischen oder die Horste anderer Vögel in steilen Felswänden.

Wie bei vielen Greifvögeln ist auch beim Wanderfalken das Männchen deutlich kleiner als das Weibchen.

Wanderfalke © Bild - Siegfried Klaus

Uhu (Bubo bubo)

Wie der Wanderfalke und der Steinadler gehört auch die weltweit größte Eulenart zu den Felsbrütern.

Bei seinem Lebensraum und seiner Beute ist er allerdings sehr flexibel.

Er besiedelt das Hochgebirge genauso wie das Flachland – vorausgesetzt die Bedingungen passen.

Er ist ein äußerst mächtiger Jäger, der sogar junge Füchse und ausgewachsene Mäusebussarde erlegen kann.

Uhu © Bild - Kurt F. Dominik PIXELIO

Birkhuhn (Tetrao tetrix)

Die Waldgrenze ist die Heimat des Birkhuhns. Hier finden die Männchen im Frühjahr gut einsehbare Balzplätze, bei denen sie sich versammeln und mit Imponiergehabe um die Gunst der Hennen werben.

Im Winter geht es in den manchmal gemeinsamen Schneehöhlen deutlich friedlicher zu.

Dort verharren die Birkhühner in der Nacht und in der Mittagszeit, um in ihrem Biwak zu ruhen und Energie zu sparen.

Birkhuhn © Bild - Monika Dönz-Breuß

Schwarzspecht (Dryocopus martius)

Der größte Specht Europas ist der Zimmermann der heimischen Mischwälder.

Die Bruthöhlen, die er anlegt, werden von zahlreichen anderen Vögeln, aber auch Fledermäusen, Eichhörnchen und Mardern genutzt.

Seine Hauptnahrungsquelle sind baumbewohnende Ameisen. Diese ortet er im Holz und schlägt dann zum Teil sehr große, längliche und tiefe Löcher in den Baum. Mit seiner mit Widerhaken versehenen Zunge zieht er dann die Ameisen und deren Larven aus dem Baum.

Schwarzspecht © Bild - Max Granitza

Mit unterstützung von Bund, Land und europäischer Union