Schutzgüter

Schutzgüter sind besonders typische, seltene oder gefährdete Lebensräume und Arten, für deren Erhaltung das Gebiet als Europaschutzgebiet ausgewiesen wurde. Obwohl Gsieg – Obere Mähder nur gemäß der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie und nicht gemäß der Vogelschutzrichtlinie Natura 2000 Gebiet ist, zählt es dennoch zu den wichtigen Lebensräumen für Wiesenvögel im Alpenrheintal. Einige der besonderen Pflanzen- und Tierarten, die im Gebiet vorkommen, stellen wir hier vor:

Sibirische Schwertlilie

Es ist ein beeindruckender Anblick, wenn Ende Mai zahllose Blüten der Sibirischen Schwertlilie die Streuwiesen des Teilgebietes Obere Mähder in ein blaues Blütenmeer verwandeln. Dies ist nicht mehr selbstverständlich, denn durch Entwässerungen, Düngung und häufige Mahd sind viele Vorkommen in den vergangenen Jahrzehnten verschwunden. 

Westliche Keiljungfer

Die österreichischen Vorkommen der Westlichen Keiljungfer beschränken sich auf das Vorarlberger Rheintal und den Walgau. Diese seltene Libelle ist auch im Gebiet Obere Mähder zu beobachten. Mit insgesamt 42 Arten leben drei Viertel aller in Vorarlberg nachgewiesenen Libellenarten im Natura 2000-Gebiet!

Großer Brachvogel

Der einst häufige Charaktervogel der Rheintalriede ist dank des langen, stark gekrümmten Schnabels kaum mit anderen heimischen Wiesenvögeln zu verwechseln. Brachvögel werden bis zu 30 Jahre alt und kehren alljährlich an ihren Brutplatz zurück. Geeignete Lebensräume sind weite, gehölzarme Streuwiesen mit hohem Grundwasserspiegel, wo sie im Frühjahr mit ihrem melodischen Ruf auf sich aufmerksam machen.

Braunkehlchen

Das Braunkehlchen kehrt ab April aus seinem Winterquartier südlich der Sahara ins Rheintal zurück. Im Schutz der Streuwiesen baut der spatzengroße Vogel in einer Boden­mulde sein Nest. Die Streuwiesen bieten ausreichend Insektennahrung für die Jungenaufzucht. Zaunpfähle sind beliebte Sitzwarten, auf denen das Männchen seinen Gesang vorträgt.

Große Schiefkopfschrecke

Die Große Schiefkopfschrecke galt in Vorarlberg bereits als ausgestorben – bis sie in den 1990er Jahren im Rheindelta wiederentdeckt wurde. Inzwischen kommt die Art in den Feuchtgebieten des nördlichen Rheintals lokal wieder recht häufig vor. Das schwirrende Zirpen dieser Heuschreckenart, die ihren Namen ihrer eigenartigen Kopfform verdankt, ist bis weit in die Nacht hinein zu hören.

Torf-Glanzkraut

Wohl nur wenige haben das Torf-Glanzkraut je gesehen: Denn im Gegensatz zu vielen anderen Orchideen ist die europarechtlich geschützte Art mit ihren unscheinbaren gelbgrünen Blüten selbst während der Blütezeit nur schwer zu entdecken. Dazu kommt, dass die Pflanze oft jahrelang gar nicht blüht, um dann plötzlich wieder zu erscheinen. Ihr Lebensraum sind nasse Streuwiesen.

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