Schutzgüter

Die Schutzgüter des Gebietes sind besonders gebietscharakteristische und seltene bzw. gefährdete Lebensräume, für deren Erhalt das Europaschutzgebiet Rheindelta nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie ausgewiesen wurde. Einige dieser besonderen Arten und Lebensräume wollen wir Ihnen vorstellen:

Schmalbindiger Breitflügel-Tauchkäfer

Die räuberischen Käfer, die geschickt andere Wasserinsekten und Kleinkrebse erbeuten, sind anspruchsvoll: Besonnte Flachwasserbereiche mit sauberem Wasser und reichlich Pflanzenwuchs sind ihr Lebensraum. Das Rheindelta beherbergt eines der wenigen bekannten Vorkommen dieses seltenen Käfers in Österreich.

Zwergdommel

Nur wenig größer als eine Taube ist die Zwergdommel bei weitem die kleinste heimische Reiherart. Der heimliche Röhrichtbewohner klettert durch das Schilf, wobei vor allem die Weibchen durch ihre unscheinbare Färbung perfekt getarnt sind. In Vorarlberg brütet der seltene Vogel mit wenigen Brutpaaren ausschließlich im Rheindelta.

Purpurreiher

Wohl auffälligstes Merkmal des Purpurreihers ist sein Gefieder: Besonders am Hals mischen sich braune, rote, schwarze und weiße Farbtöne. Trotz dieser Farbenpracht ist der Purpurreiher im Schilf gut getarnt. Das Rheindelta beherbergt das einzige Vorarlberger Brutvorkommen des Purpurreihers, der aber auch hier nicht jedes Jahr brütet.

Biber

Nachdem Biber über 350 Jahre in Vorarlberg ausgestorben waren, sind die Vegetarier seit 2006 auch bei uns wieder heimisch. Die überwiegend nachtaktiven Nager sind hervorragende Schwimmer und gewandte Taucher. Im Sommer wenig auffällig, hinterlassen Biber in der kalten Jahreszeit deutliche Spuren, da sie Bäume fällen, um an die Rinde zu gelangen.

Heller und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Die Bläulinge legen ihre Eier auf dem Großen Wiesenknopf ab. Die Schmetterlingsraupen ernähren sich zunächst von dieser Feuchtwiesenpflanze. Ameisen werden durch Duftstoffe getäuscht und bringen die Raupen in ihr Nest, die sich dort von Ameisenbrut ernähren und zu Schmetterlingen werden. Durch die komplizierte Entwicklung sind Ameisenbläulinge seltene Bewohner der Feuchtgebiete.

Skabiosen-Scheckenfalter

Ab Ende April ist der auffallend orange gefärbte Schmetterling in den Streuwiesen des Rheindeltas zu beobachten. Seine schwarzen Raupen ernähren sich vom Teufelsabbiss, eine Pflanze der Streuwiesen, und überwintern in Bodennähe. Streuwiesen sollten im Herbst daher nicht zu tief abgemäht werden – möglichst nicht tiefer als 10 cm über dem Boden.

Flussseeschwalbe

Flussseeschwalben sind Artisten der Lüfte – an Eleganz und Wendigkeit ist ihr Flug kaum zu überbieten. Sie brüten auf vegetationsarmen und störungsfreien Sand- oder Kiesflächen an Gewässern – ein in Mitteleuropa selten gewordener Lebensraum. Ohne künstliche Brutinseln und -flöße wäre dieser Vogel heute vermutlich nur noch in Küstennähe anzutreffen.

Hartholz-Auwälder

Im Gegensatz zu den Weichholzauen mit Weiden, Erlen und Pappeln werden Hartholz-Auwälder selten überschwemmt. Die prägenden Baumarten sind hier Stieleiche, Esche und Bergulme. An der Mündung des Alten Rheins ist eine der größten Hartholzauen am Bodensee erhalten, die bei hohen Wasserständen tatsächlich noch überschwemmt wird.

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